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Schatten-KI im Unternehmen: Risiken und Maßnahmen

Ein Mitarbeiter kopiert eine Kundenmail in ChatGPT und lässt eine Antwort formulieren. Nutzt er dafür sein persönliches Konto, verarbeitet der Dienst den Kundentext außerhalb eines vom Unternehmen verwalteten Zugangs. Genau hier beginnt Schatten-KI (Shadow AI): Eine betriebliche Aufgabe wird mit einem nicht freigegebenen KI-Tool oder Konto bearbeitet.

Schatten-KI: Das Wichtigste in Kürze

  • Schatten-KI liegt vor, wenn Mitarbeiter KI außerhalb der betrieblichen Freigabe für ihre Arbeit nutzen.
  • 42 Prozent der 2025 von Bitkom befragten Unternehmen kannten private KI-Nutzung im Beruf oder vermuteten sie.
  • Ein Firmenkonto begrenzt Schatten-KI nur, wenn Mitarbeiter die Datenregeln und den Meldeweg kennen.
  • Vije schult Mitarbeiter anhand betrieblicher Fälle und zeigt, wie freigegebene KI im Arbeitsalltag genutzt wird.

Was ist Schatten-KI?

Schatten-KI beziehungsweise Shadow AI bezeichnet die berufliche Nutzung eines KI-Dienstes, Kontos oder einer Zusatzfunktion außerhalb der Vorgaben des Unternehmens. Auch ein bekanntes Produkt zählt dazu, wenn der genutzte Zugang oder die konkrete Aufgabe nicht freigegeben wurde.

Beispiel

Warum es Schatten-KI ist

Ein Vertrag wird über ein privates Konto zusammengefasst.

Das Unternehmen hat den Zugang und seine Einstellungen nicht geprüft.

Ein Besprechungsbot wird zu einem Kundentermin eingeladen.

Der Dienst erhält ohne Freigabe Gesprächsinhalte.

Eine Erweiterung formuliert Antworten im Postfach.

Die Erweiterung kann Inhalte der geöffneten Seite erfassen.

Ein Programmierassistent liest internen Quellcode.

Der Code gelangt über einen nicht genehmigten Zugang an den Dienst.

Für die Einordnung zählt der Datenweg. Ein Dienst kann öffentlich bekannt und kostenpflichtig sein, trotzdem fehlt dem Betrieb bei einem persönlichen Konto die Verwaltung. Das Unternehmen kann den Zugang weder entziehen noch verlässlich nachvollziehen, welche Einstellungen galten.

Wie verbreitet ist Schatten-KI in Unternehmen?

Die Bitkom-Befragung zur privaten KI-Nutzung im Beruf zeigt eine Lücke zwischen Arbeitsbedarf und betrieblicher Freigabe. Dafür wurden 2025 insgesamt 604 Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigten befragt.

In 8 Prozent der Unternehmen war die Nutzung privater KI-Dienste weit verbreitet. 17 Prozent kannten einzelne Fälle. Weitere 17 Prozent vermuteten eine solche Nutzung. Damit berichteten 42 Prozent von bekannter oder vermuteter Schatten-KI.

Einen betrieblichen Zugang zu generativer KI stellten 26 Prozent bereit. 23 Prozent hatten Regeln für den Einsatz. Weitere 31 Prozent planten entsprechende Vorgaben.

Die Zahlen beschreiben kein pauschales Fehlverhalten der Mitarbeiter. Sie zeigen einen Arbeitsbedarf, für den in vielen Betrieben noch ein geprüfter Weg fehlt.

Warum entsteht Schatten-KI?

Mitarbeiter greifen meist zu einem ungeprüften Dienst, weil sie eine konkrete Aufgabe schneller erledigen möchten. Ein langer Text soll gekürzt oder eine Antwort vorbereitet werden. Fehlt ein passendes Firmenkonto, ist ein privater Zugang sofort verfügbar.

Unklare Regeln verstärken diesen Effekt. Der Satz „Keine vertraulichen Daten eingeben“ erklärt nicht, wie ein internes Protokoll oder ein Angebot einzuordnen ist. Mitarbeiter brauchen Beispiele aus ihrer Arbeit, an denen sie erlaubte Inhalte erkennen.

Auch ein freigegebenes Werkzeug kann am Bedarf vorbeigehen. Unterstützt es die häufige Aufgabe kaum, suchen Nutzer selbst nach einer Lösung. Eine Bestandsaufnahme sollte deshalb nach Arbeitsvorgängen fragen und die bereits verwendeten Dienste offen erfassen.

Ein reines Verbot lässt den Arbeitsbedarf bestehen. Ein leicht erreichbarer Firmenzugang mit nachvollziehbaren Regeln senkt den Anreiz, auf private Konten auszuweichen.

Welche Risiken entstehen durch Schatten-KI?

Das Risiko richtet sich nach dem Inhalt und den Rechten des Dienstes. Ein veröffentlichter Text in einem leeren Chat hat einen kleinen Wirkungsbereich. Ein Assistent mit Zugriff auf Postfach und Dateiablage kann weitaus mehr Firmendaten erreichen.

Firmendaten verlassen den geprüften Rahmen

Ein Prompt kann Kundendaten oder interne Kalkulationen enthalten. Hochgeladene Dateien können Verträge oder Personalangaben umfassen. Bei einem ungeprüften Zugang ist offen, welche Vertragsbedingungen gelten und wie lange der Anbieter die Inhalte speichert.

Die Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz zu KI und Datenschutz empfiehlt betriebliche Konten und einen vorab festgelegten Zweck. Sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden, muss das Unternehmen die Rechtsgrundlage für den jeweiligen Verarbeitungsschritt prüfen.

Verbundene Quellen erweitern den Zugriff

Eine Erweiterung im Postfach oder ein Agent in der Dateiablage übernimmt die Rechte des angemeldeten Nutzers. Zu breite Freigaben werden dadurch auch für das KI-System erreichbar. Darf der Dienst Nachrichten versenden oder Dateien ändern, kann eine falsche Aktion direkt in den Geschäftsablauf gelangen.

Vor der Verbindung ist daher zu prüfen, welche Quelle die Aufgabe wirklich braucht. Schreibende Aktionen sollten erst nach der Bestätigung durch einen Mitarbeiter ausgeführt werden.

Ungeprüfte Ausgaben verursachen Folgefehler

Sprachmodelle können Angaben erfinden oder Quellen falsch zuordnen. Eine überzeugende Formulierung belegt ihre Richtigkeit nicht. Wird der Entwurf ohne Prüfung versendet, trägt das Unternehmen den Fehler in die Kundenkommunikation oder einen internen Vorgang.

Für jede erlaubte Aufgabe muss feststehen, wer die Ausgabe kontrolliert. Je größer die mögliche Folge, desto enger muss dieser Prüfschritt sein.

Vorfälle lassen sich schwerer aufklären

Bei einem privaten Konto fehlen dem Unternehmen häufig der Zugriff auf den Verlauf und die Kontrolle über die Löschung. Auch nach dem Ausscheiden eines Mitarbeiters kann der persönliche Zugang bestehen bleiben.

Ohne bekannten Meldeweg erfahren die zuständigen Stellen spät von einem Upload. Dadurch verstreicht Zeit, in der ein Chat gelöscht oder ein offengelegtes Passwort gesperrt werden könnte.

Wie lässt sich Schatten-KI erkennen?

Beginnen Sie mit einer sachlichen Bestandsaufnahme. Fragen Sie nach Aufgaben, bei denen KI bereits genutzt wird oder helfen soll. Ein anonymer Fragebogen kann dabei ehrliche Angaben erleichtern.

Für jeden gemeldeten Fall genügen fünf Angaben:

Frage

Beispielantwort

Welche Aufgabe wird bearbeitet?

Antwort auf eine wiederkehrende Kundenfrage

Welcher Zugang wird genutzt?

Persönliches Konto bei ChatGPT

Welche Daten werden eingegeben?

Text aus der Kundenanfrage

Welche Firmenquelle ist verbunden?

Keine

Wer prüft das Ergebnis?

Sachbearbeiter vor dem Versand

So wird aus einer unbekannten Nutzung ein prüfbarer Arbeitsfall. Das Unternehmen erkennt den Bedarf und den betroffenen Datenumfang. Danach kann es einen geeigneten Firmenzugang bereitstellen oder den Vorgang begründet ausschließen.

Technische Protokolle können besuchte Dienste anzeigen. Den übermittelten Inhalt zeigen sie meist nicht. Ihre Auswertung muss mit Datenschutz und Arbeitsrecht vereinbar sein. Eine offene Abfrage liefert daher oft die bessere Grundlage für die ersten Maßnahmen.

Wie können Unternehmen Schatten-KI begrenzen?

Die wirksamste Reihenfolge beginnt beim tatsächlichen Arbeitsbedarf. Aus den erfassten Aufgaben entsteht eine kleine Auswahl freigegebener Dienste. Danach erhalten Mitarbeiter konkrete Regeln und einen festen Kontakt für neue Anfragen.

1. Häufige Arbeitsfälle aufnehmen

Sammeln Sie Vorgänge, bei denen Mitarbeiter bereits KI verwenden. Ordnen Sie jedem Vorgang die benötigten Daten und die mögliche Folge eines Fehlers zu. Beginnen Sie mit Aufgaben, die oft vorkommen und deren Ergebnis ein Mitarbeiter vor der Nutzung prüfen kann.

2. Geeignete Firmenzugänge freigeben

Wählen Sie wenige Werkzeuge, die diese Arbeitsfälle abdecken. Der Vergleich von KI-Tools für Unternehmen beginnt deshalb mit der Aufgabe und dem Datenweg. Die Konten werden durch das Unternehmen verwaltet und beim Rollenwechsel angepasst.

Bei ChatGPT ist die Kontoart für den betrieblichen Rahmen wichtig. ChatGPT sicher nutzen erklärt, wie sich persönliche Tarife und Firmenbereiche bei Verwaltung und Modelltraining unterscheiden.

3. Datenregeln am Beispiel erklären

Eine kurze Regel muss zeigen, welcher Inhalt in welchen Dienst darf. Dafür kann eine Datenampel mit Beispielen aus dem Betrieb genutzt werden.

Stufe

Beispiel

Regel

🟢

Veröffentlichter Produkttext

Im freigegebenen Dienst nutzbar

🟡

Interner Entwurf ohne Kundenangaben

Nur für den festgelegten Arbeitsfall

🔴

Passwörter oder vollständige Personalakte

Von der Eingabe ausgeschlossen

Ergänzen Sie pro Dienst den erlaubten Zweck und den nötigen Prüfschritt. So können Mitarbeiter die Regel auf eine konkrete Aufgabe anwenden.

4. Mitarbeiter schulen und Meldungen erleichtern

Die Teilnehmer sollten mit bereinigten Fällen aus ihrem Arbeitsbereich üben. Sie lernen, Daten vor der Eingabe einzuordnen und Fehler in der Ausgabe zu erkennen. Eine KI-Schulung für Mitarbeiter schafft dafür eine gemeinsame Grundlage.

Benennen Sie außerdem eine Stelle für neue Tool-Wünsche und versehentliche Uploads. Wer schnell melden kann, muss ein Problem weder verbergen noch selbst lösen. Nach Änderungen an einem Dienst prüft das Unternehmen den Datenweg erneut.

Was ist nach einem versehentlichen Upload zu tun?

Der Mitarbeiter informiert sofort die festgelegte Meldestelle. Er nennt den verwendeten Dienst, das Konto und den betroffenen Inhalt. Schuldzuweisungen verzögern die notwendigen Maßnahmen.

Anschließend wird geprüft, ob sich der Chat oder die Datei löschen lässt. Enthielt der Upload ein Passwort, wird der betroffene Zugang gesperrt und das Kennwort ersetzt. Bei personenbezogenen Daten bewertet die Datenschutzstelle den Vorfall und mögliche Meldepflichten.

Zum Abschluss wird die Ursache im Arbeitsablauf behoben. Fehlte ein Firmenkonto, wird der Bedarf geprüft. War eine Datenregel unklar, erhält sie ein greifbares Beispiel. So verbessert der konkrete Vorfall die bestehende Vorgabe.

Welche Pflichten gelten bei Schatten-KI?

Schatten-KI ist kein eigener Rechtsbegriff. Je nach Nutzung können jedoch Datenschutz, Schutz von Geschäftsgeheimnissen und arbeitsrechtliche Vorgaben betroffen sein. Das Unternehmen muss den konkreten Datenweg prüfen und Verantwortlichkeiten festlegen.

Hinzu kommt die Pflicht zur KI-Kompetenz aus Artikel 4 des EU AI Act. Die Europäische Kommission erläutert zur KI-Kompetenz, dass Anbieter und Betreiber Maßnahmen für Personen treffen müssen, die KI-Systeme in ihrem Auftrag nutzen. Inhalt und Umfang richten sich nach Kenntnissen und Einsatzkontext.

Eine dokumentierte Schulung hilft, diese Maßnahmen nachvollziehbar zu machen. Sie ersetzt keine Prüfung des konkreten Dienstes oder der verarbeiteten Daten.

Schatten-KI durch einen brauchbaren Arbeitsweg verringern

Schatten-KI zeigt häufig, dass Mitarbeiter für eine reale Aufgabe keinen passenden Firmenzugang kennen. Eine Bestandsaufnahme macht diesen Bedarf sichtbar. Geprüfte Konten und Regeln am Arbeitsbeispiel geben dem Team einen nutzbaren Weg. Ein bekannter Kontakt sorgt dafür, dass Fragen und Vorfälle schnell an der richtigen Stelle ankommen.

Ihre Vorteile mit Vije

  • Sie erkennen ungeprüfte KI-Nutzung anhand realer Arbeitsfälle.
  • Sie ersetzen private Konten durch geeignete Firmenzugänge.
  • Sie vermitteln Datenregeln mit verständlichen Beispielen.
  • Sie geben Mitarbeitern einen klaren Meldeweg.

Schatten-KI im Unternehmen gezielt verringern

Eine lächelnde Person in einem dunkelgrauen Polo-Shirt mit "Vje Computerservice"-Logo schaut in die Kamera.

Schatten-KI - Häufige Fragen und Antworten

Ja, denn die Freigabe einer Anwendung erfasst nicht automatisch jede später ergänzte KI-Funktion. Erhält die Funktion Zugriff auf weitere Dateien oder darf sie Aktionen ausführen, braucht der neue Datenweg eine eigene Prüfung.

Auch ein Auftragnehmer kann ungeprüfte KI für betriebliche Inhalte verwenden. Verträge und Arbeitsanweisungen sollten deshalb festlegen, welche Dienste für überlassene Daten erlaubt sind und wie der Einsatz nachgewiesen wird.

Ja, sobald mehrere KI-Dienste genutzt oder geprüft werden. Das Verzeichnis zeigt, welche Tools freigegeben sind und wofür sie eingesetzt werden dürfen. Zu jedem Dienst gehören der vorgesehene Firmenzugang und die verantwortliche Stelle. Ändert der Anbieter seine Funktionen oder Bedingungen, lässt sich anhand des Eintrags prüfen, ob die bisherige Freigabe noch gilt.

Eine Beteiligung kann erforderlich sein, wenn das System Verhalten oder Leistung von Mitarbeitern überwachen kann. Ob ein Mitbestimmungsrecht greift, hängt von der eingesetzten Funktion und dem betrieblichen Ablauf ab und sollte vor der Freigabe rechtlich geprüft werden.

Vije ordnet KI-Nutzung anhand von Arbeitsaufgaben und Datenarten ein. In der Schulung üben Mitarbeiter, einen freigegebenen Zugang zu nutzen und die Ausgabe vor der weiteren Verwendung zu prüfen.

Ja, wenn das Unternehmen seine geltende Regel und bereinigte Arbeitsbeispiele vorab bereitstellt. Vije stimmt den möglichen Bezug auf die Kursinhalte bei der Vorbereitung ab und macht die Vorgaben an passenden Fällen verständlich.

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Markus Vije

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